Alkoholfrei, zwanglos & lebensfroh

Winade auf der BioNord 2021

Was wird nicht alles gesprochen, versprochen und – leider – verbrochen. Wir Winadler waren zuletzt auf zahlreichen Verkostungen unterwegs, haben Messen besucht - was endlich wieder möglich ist - und unseren eigenen Stand auf der BioNord eingeweiht. Dabei kamen wir mit allerlei Ideen, Meinungen und auch Euphorie rund um das Thema Alkoholfreie Weine in Berührung.

Viele Kund*innen und Händler*innen sehen einen klaren Trend und stark steigende Nachfrage, sind aber ob der unterschiedlichen Qualität noch skeptisch. Auffallend dabei, wie unterschiedlich die Chancen und die Zielgruppen eingeschätzt und angesprochen werden wollen. Grund genug für uns, mal etwas genauer hinzuschauen.

Alkoholfreier Wein hat wahrlich nicht den besten Ruf. Und das sicherlich teilweise auch zurecht. Hohe Zuckerwerte, nicht unbedingt qualitativ hochwertige Grundweine und seltsam anmutende Geschmacksrichtungen besonders im Secco-Bereich haben die Reputation arg leiden lassen. Dabei steht dahinter letztlich eigentlich ein wirklich nachhaltiger Ansatz, denn mit der Verarbeitung auch des letzten Tropfen Grundweins wurde industrieseitig tatsächlich alles für eine komplette Verarbeitung der Produktion gesorgt.

Doch geschmacklich blieben dabei sehr viele Wünsche offen. Wichtig hierbei ist, dass die technischen Verfahren zum Entzug des Alkohols neben dem Alkohol auch wesentliche Geschmacksstoffe entzogen haben und zudem die thermische Behandlung der Weine ihr übriges zur Geschmacksveränderung getan hat. Glücklicherweise haben sich eigentlich alle gängigen Verfahren aber in den letzten Jahren derart weiterentwickelt, dass heute sowohl bei der Vakuumdestillation, der Spining Cone oder der Umkehrosmose sehr gute Ergebnisse erzielt werden.

Alkoholfreie Weine sollen Spaß machen

Für Winade steht dabei im Vordergrund, nicht zu versuchen, einem alkoholischen Wein nachzueifern und den exakten Geschmack etwa einer Burgunderrebsorte zu kopieren, sondern eine eigene attraktive Geschmackswelt zu kreieren. Mit anderen Worten: Alkoholfreie Weine sollen schmecken, Spaß machen und keinesfalls die missionarische Verzichtskarte ausspielen.

Es gilt also, nicht die gleichen Fehler bei der jahrzehntelangen Suche nach dem guten alkoholfreien Bier zu machen. Erst seitdem alkoholfreie Biere eine eigene Geschmackswelt aufgebaut haben und schlichtweg „gut“ schmecken, sind sie wirklich nachhaltig erfolgreich. Bestes Beispiel ist das „alkoholfreie Weizen“, das nun wirklich nicht mehr nach Weizenbier schmeckt, sondern eher wie ein isotonisches Getränk und zumeist richtig gut.

Nachhaltig aus Überzeugung

Mit Senza Cuvée weiß und Senza Bubbles ist uns das schon einmal eindrucksvoll gelungen: Zitrische- & tropische Fruchtaromen, klares Bouquet und eine gute Balance. Beide Weine überzeugen mit vollem Geschmack, gut eingebundener Säure und keinerlei zugesetztem Zucker. Und dabei leben wir das Versprechen, bei jedem Getränk immer nachhaltige Produktion, bio und beste Qualität im Vordergrund haben. Wir treiben Nachhaltigkeit auf die Spitze – aus Überzeugung.

Der alkoholfreie Weinmarkt hat sich unterdes in den letzten Jahren sehr ansprechend entwickelt und erreicht bei etwa 35 Millionen Flaschen in 2020 einen Marktanteil von etwa 1,5%. Das Potential allerdings wird von Fachleuten auf bis zu fünf Prozent taxiert. Zieht man in Betracht, dass der alkoholfreie Biermarkt vor ein paar Jahren schon bei zwölf Prozent Marktanteil lag, haben Winade und alle weiteren Marktteilnehmer noch viel Raum vor sich und – mehr oder minder – rosige Aussichten. Dabei ist der Markt noch so wenig entwickelt, dass zum Beispiel im Bio-Segment die Anbieter eher Hand in Hand arbeiten und das alkoholfreie Wein-Ökosystem gemeinsam entwickeln.

Erhöhte Nachfrage bringt viel Gutes

Im Zuge der Pandemie und ihrer zumeist fast surrealen Auswirkungen hat sich das Bild nun nochmals etwas verschoben. Achtsamkeit und bewussteres Konsumieren sind im Mainstream angekommen. Damit ist auch der alkoholfreie Wein mehr im Fokus, was sich in zahlreichen neuen Produkten jedweder Qualität ausdrückt. Die erhöhte Nachfrage bringt viel Gutes mit sich. So öffnen sich Türen bei Einkäufern, Lizenzgeschäfte werden angebahnt und auch international werden die Gespräche konkreter. Gleichzeitig wächst der Preisdruck und die Ressourcen werden knapper oder umkämpfter. Denn letztlich ist auch alkoholfreier Wein ein Naturprodukt und abhängig von Qualität und Menge des Grundweins. Und mit steigender Nachfrage bei geringeren Mengen steigt natürlich der Preis des Grundproduktes immens.

Umso wichtiger sind hierbei tolle und verbindliche Partner. In den kommenden Newslettern werden wir unsere Partner-Winzer vorstellen und wir freuen uns schon auf das Feedback aller Freundinnen & Freunde von Winade & Senza.


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